Die gastronomische Revolution eines mythischen Produkts
Spanien wurde in den letzten Jahrzehnten zu einer Ölmacht und ist zum weltweiten Marktführer des Olivenöls geworden. Auf Mallorca sind es ca. 600 Olivenbauern, die unter der Herkunftsbezeichnung arbeiten und es gibt mehr als 46 Marken im Verkauf, die die Lebhaftigkeit eines Sektors belegen, der es verstand, sich unter der Devise der höchsten Qualität neu zu erfinden.
Es gibt nur wenige Produkte, die im Laufe der Jahrhunderte eine so konstante Identität wie das Olivenöl aufrechterhalten: Es ist unwahrscheinlich, dass die römischen Weine sich für die heutigen Gaumen eignen. Beim Olivenöl ist dies allerdings gegeben. Noch heute können wir in den alten mittelalterlichen Verträgen den Unterschied der Öle grüner Oliven oder goldfarbene und süßliche Öle der reifen Oliven nachlesen. Unsere Gaumen kommen in den Genuss der gleichen Geschmacksaromen wie sie schon Sokrates, Julius Cäsar oder Leonardo da Vinci zu schätzen wussten. Das Olivenöl hat sich nicht verändert, weil man etwas Perfektes nicht verändern sollte. Es ist das einzige Öl der Welt, das keine chemischen oder industriellen Raffinierungsprozesse durchläuft. Es ist somit ein rein natürliches Produkt, aber vor allem ist es das charakteristischste und echteste Produkt der Regionen rund ums Mittelmeer.
Von den einfachsten Tischen zum Olymp der Michelin-Sterne
Es überrascht, dass die Gastronomen das gesamte Spektrum des Nativen Olivenöls bis heute immer noch nicht nutzen. Wie ist es möglich, dass – auch in guten Lokalen – bis vor kurzem ein in anonymen Kännchen gealtertes Öl die Tische zierte? Ist es nicht seltsam, dass man keine Karte anbietet, um verschiedene Olivenöle unterschiedlicher Herkunft zu probieren? Schließlich gibt es ja auch eine Weinkarte mit zahlreichen Angeboten an Marken und Jahrgängen. Genauso wie die Gastronomie beim Kochen mit Ölen, die den Lebensmitteln Geschmacksnuancen beifügen, viel besser ist, ist es fast schon eine Beleidugung, die köstlichen Esclatasangs oder frischen Mittelmeerfische mit normalem Öl zu frittieren. Die der Qualität verschriebene Küche hat sich inzwischen bis zu einem Punkt entwickelt, an dem es kein Zurück mehr gibt: Die Verwendung von erstklassigen Olivenölen ist etwas, was nicht mehr wegzudenken ist.
Die neuen mallorquinischen Küchenchefs hatten bei diesem Wiederaufleben einen beachtlichen Einfluss. Diese neue Generation junger und rastloser Köche, von denen viele aus der Hotelfachschule Escola d’Hoteleria kommen, haben es aus eigener Kraft einen Michelin-Stern bekommen und waren die besten Botschafter der Olivenöle, die auf Mallorca hergestellt werden.
Sie haben seine kulinarischen Möglichkeiten wiedererfunden und machten das Olivenöl auf den Karten der besten Restaurants der Insel zu etwas Unersetzlichem. Mit dem flüssigen Gold Mallorcas brachten sie den kulinarischen Fans eine Vielfalt an Sensationen näher.

