FERNWANDERWEG DURCH DIE SERRA DE TRAMUNTANA

DER TROCKENMAUERROUTE
Der Fernwanderweg GR 221 erschliesst uns den Trockenmauerbau in der Serra de Tramuntana, die von der UNESCO in der Kategorie Kulturlandschaft zum Welterbe erklärt wurde. Die Route ermöglicht uns, die Spuren der Geschichte über Traditionen, Architektur, Bräuche, Küche und Kunsthandwerk dieses einmaligen Landstrichs auf Mallorca kennen zu lernen.
Der Weg verläuft oftmals in Küstennähe und mancherorts führt er auf die höchsten Gipfel des Gebirgszugs, wobei der höchste Punkt der Coll de ses Cases de sa Neu – mit etwas über 1000 Höhenmetern – ist. Dieser landschaftliche Kontrast und die Vielfalt der Vegetation, mit schattigen Steineichenwäldern und dem typisch mediterranen niedrigen Strauchwuchs (Macchie und Garrigue), machen diesen Wanderweg noch attraktiver.
Der Fernwanderweg GR 221 verläuft hauptsächlich entlang alter, vom Consell de Mallorca restaurierter Wege, wodurch sich diese Route für Wanderbegeistete jeden Alters eignet. Das Klima der Insel erlaubt es, diesen Weg nahezu das ganze Jahr über zu begehen.
Dieser Fernwanderweg wird, wenn er abgeschlossen ist, 271 Kilometer umfassen. Diese gliedern sich in 8 Etappen der Hauptroute und 9 Varianten, mit Anschluss an Zahlreiche gemeinden un interessante Orte. Am Ende jeder Etappe steht dem Wanderer eine vom Consell de Mallorca verwaltete Wanderherberge mit Unterkunft zur Verfügung.

DER WEG HEUTE
Der Weg umfasst derzeit 167 Kilometer geöffnete und ausgeschilderte Etappen (87 km) und Varianten (82 km). Dem Wanderer stehen 4 komplette Etappen zwischen Deià und Pollença zur Verfügung. Auch der Abschnitt zwischen Banyalbufar und Esporles über den alten Postweg Camí des Correu ist geöffnet. Die folgenden Varian ten sind geöffnet: von S’Arracó zur Coll de sa Gramola, von Es Capdellà nach Estellencs, Pas Llis und von Tossals Verds nach Orient.

GR_221_tramuntana_deutsch

FAUNA
Die Serra de Tramuntana ist die landschaftlich interessanteste Gegend der Insel. Ihre Berge bieten Zuflucht für viele einzigartige Spezies. Vor allem lebt hier der Mönchsgeier, der heute dank des Wiederansiedlungsprogramms wieder häufig auf Mallorca anzutreffen ist; zu sehen sind auch der an den Steilküsten nistende Fischadler und der Eleonorenfalke, der ausschließlich im Mittelmeerraum vorkommt.
In den schattigen Steineichenwäldern finden wir eine große Anzahl an kleinen, insektenfressenden Vögeln, wie die Blaumeise mit ihrem prächtigen Gefieder und ihren schrillen Rufen, das Sommergoldhähnchen oder den winzigen Zaunkönig. Häufig anzutreffen sind auch Vögel, die sich von Samen und Früchten ernähren, wie der zutrauliche Fink oder die Ringeltaube.
Die Pinienwälder sind der Lebensraum von einigen Grasmücken-Arten und dem Kreuzschnabel mit seinem gebogenen Schnabel, der es dieser Vogelart ermöglicht, die Samen aus den Kiefernzapfen herauszupicken. Die weitläufigen Dissgrasflächen und andere offene Lebensräume sind hingegen der Zufluchtsort für Rebhühner und den xorrec (Sylvia balearica), eine kleine endemische Grasmückenart der Balearen.
Im Winter kommen verschiedene Vogelarten auf die balearischen Inseln, die der Kälte des Nordens entfliehen: das bekannte Rotkehlchen, das Rotschwänzchen, das Schwarzkehlchen, der Steinschmätzer, der Zilpzalp und einige Drosselarten. Im Frühjahr wiederum kommen andere Vogelarten aus Afrika, um auf den Inseln ihre Brut aufzuziehen. Dazu zählen der Balearen-Grauschnäpper, ein kleiner Vogel, Muscicapa striata subsp. balearica, der ausschließlich auf den balearischen Inseln brütet, der Rotkopfwürger und der Kuckuck mit seinen charakteristischen Rufen.
Die Wildziege ist das einzige Säugetier, dem wir auf dem Weg immer wieder begegnen werden. Die Tatsache, dass der Mensch für diesen Hornträger kaum noch eine Bedrohung darstellt, hat diese Spezies an Zahl zunehmen lassen und sie stellt heute für die Vegetation eine bedeutende Beeinträchtigung dar. Andere Säugetiere, die zu den kleinsten Vertretern der Raubtiere zählen, wie das Wiesel, die Ginsterkatze und der Baummarder, sind aufgrund ihrer Lebensgewohnheiten nur selten zu beobachten.